Mönchstour

 

Überblick

Die Mönchstour über ca. 105 km lässt sich gut ab Müllrose fahren. Es gibt Anbieter, die das als Reisepaket mit 3 Übernachtungen bzw. 4 Tagesetappen anbieten. Bei wem eher das Radfahren als das Besichtigen jedes Heimatmuseums im Vordergrund steht, der kann das locker an einem Tag absolvieren. Ich bin die Tour im Oktober 2011 mit dem Mountainbike gefahren in gut 7 Stunden, dabei habe ich einige Fotos gemacht und bin zweimal eingekehrt. Im Oktober 2012 habe ich das Rennrad genommen und 6 Stunden gebraucht mit einem Mal einkehren aber dennoch einigen Zwischenstopps für Fotos, Besichtigung der Stiftskirche in Neuzelle und im Tourismusbüro. Die reine Fahrzeit auf dem Rad war 4:38 h oder ein Schnitt von 22,5 km/h – ich bin die Tour im Uhrzeigersinn gefahren und hatte gefühlt 70 km Gegen- oder Seitenwind. Auf den letzten Kilometern im Schlaubetal wird es dann auch noch recht wellig. Beim nächsten Mal werde ich wahrscheinlich die Fahrtrichtung umkehren.

Der Start

Der Startplatz ist recht leicht zu finden: wenn man von der Autobahn nach Müllrose kommt. ist unmittelbar vor der ersten größeren Querstraße rechts ein Parkplatz, wo man mit Parkscheibe 8 Stunden kostenfrei das Auto abstellen kann – somit ist das Zeitlimit eigentlich schon vorgegeben…

Wenn man die Kreuzung überquert, sieht man bereits den ersten Wegweiser der Tour: ein radelnder Mönch mit weißer Kutte. Allerdings ist es hilfreich, wenn man die Route via GPS Device abfahren kann – die Beschilderung ist wie bei fast jeder Tour manchmal nicht eindeutig bzw. unvollständig.

Wie man an diesem Wegweiser erkennen kann, gibt es dort mehrere Routen und nicht jeder Radfahrer hat den gleichen Weg. Die ersten Kilometer sind geprägt von einem tadellosen Asphaltweg neben dem Friedrich-Wilhelm-Kanal, überhaupt ist diese Strecke rennradtauglich, da nur wenige kurze Abschnitte mit Kleinsteinpflaster vorkommen. Nach 16 km sieht man bereits die Oder zur linken, auf der anderen Uferseite ist  Polen. Schiffe sind nur recht wenige unterwegs, um so mehr sieht man hin und wieder Raubvögel wie Bussarde, Rehe, Pferde, Hunderte von Schafen, Züge von Wildgänsen und am Boden hockende Nebelkrähen.

Der Oder-Neisse-Radweg

Die Fahrt auf dem Deich entlang der Oder bis zur Oder-Neisse-Mündung macht etwa 40 km der Tour aus, zwischendurch kommt man durch Eisenhüttenstadt, ein Anfang der 50er Jahre neu entstandener Ort, besonders bekannt durch seine Stahlproduktion, inzwischen vereinigt mit dem mittelalterlichen Fürstenberg und dem Dorf Schönfließ.

Der Pausenort

In Eisenhüttenstadt gibt es in der Wilhelmstraße ein China-Restaurant „Peking“ mit der besten Sauer-Scharf-Suppe, die ich je gegessen habe. Der nächste Abstecher in diesen Ort wird mich wieder dahin führen. Das ist etwa bei km 39, also nicht mal der Hälfte der Strecke, so daß eine weitere Pause anzuraten ist. Neben den Ortschaften direkt am Deich wie Ratzdorf, wo man auf Schautafeln die Auswirkungen des Oder-Hochwassers 1997 nach empfinden kann, ist einer der nächsten Höhepunkte Neuzelle. Freunde des „Schwarzen Abtes“ können hier einmal sehen, wo dieses Bier herkommt – die Klosterbrauerei liegt direkt neben der katholischen Stiftskirche St. Marien aus dem 13./14. Jahrhundert, die innen äußerst prunkvoll ausgestattet ist und zu den bedeutendsten Kirchen Mitteleuropas zählt.

Ich hatte zwar die Hinweistafel vor der Kirche gesehen mit Piktogrammen wie kein Eis, keine Hunde, kein Handy, keinen Hut, habe meine Radfahrmütze aber erst nach einer diskreten Aufforderung einer kirchlichen Mitarbeiterin abgenommen. Man muß ja schließlich die Würde des Hauses wahren. Direkt neben der Kirche ist ein Biergarten, wo man den schwarzen Abt oder ein richtiges Bier nach dem Reinheitsgebot von 1516 trinken kann. Ab Neuzelle wird es dann reichlich hügelig – wer die Berge nicht raufkommt, für den wird die Tour ab hier recht anstrengend.

Das Schlaubetal

Die letzten Kilometer der Tour gehen durch das idyllische Schlaubetal, diese Tour führt allerdings über gut asphaltierte Wege, ansonsten läßt sich das Schlaubetal natürlich auch entlang der Schlaube durchwandern. Auffallend sind die vielen Obstbäume, die zumindest im September/Oktober zum Ernten einladen: jede Menge Apfelbäume und zahlreiche Quitten. Die Äpfel sind meist recht klein aber durchaus genießbar. Pilzesammler kommen auch auf ihre Kosten, aber wer möchte schon auf dem Rad soviel Ballast mitnehmen…

Das Ziel

Zum Schluß kommt man direkt am Großen Müllroser See entlang, ein Zeichen, dass man es fast geschafft hat – die 100 km-Marke ist hier bereits überschritten.

Fazit: Aufgrund der Anreise mit dem Auto (von Rangsdorf 78 km) ein recht hoher logistischer Aufwand, allerdings kommt man i.d.R. gut über die Autobahn hin und ist in weniger als 50 min. da. Die Landschaft an sich ist sehr reizvoll und die Fahrt auf dem Deich ist zumindest für Neulinge sehr interessant. Es gibt sehr viel unterwegs zu sehen und zu entdecken und wer genau hinschaut, kann zahlreiche positive Eindrücke mitnehmen. Eine Tour, die ich sehr empfehlen kann.